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Diagnose

Der Therapeut erfragt zunächst in einer ausführlichen Anamnese alle körperlichen, emotionalen und geistigen Symptome des Patienten. Gleichzeitig gewinnt er durch andere diagnostische Methoden wie der Betrachtung von äußerem Erscheinungsbild oder Zunge sowie dem Ertasten von Pulsqualität und Bauch weitere wertvolle Hinweise. Danach wendet er die medizinischen Theorien zur Differenzierung von Krankheitsbildern an, wie die Lehren der fünf Wandlungsphasen, der inneren Organe oder der Leitbahnen, um zu einer Diagnose des Ungleichgewichtes und einer passenden Behandlungsstrategie zu kommen. Nach Formulierung dieser Behandlungsstrategie wird nun ein passendes Rezept zusammengestellt. Dies bedeutet in der Akupunktur eine individuelle Punktkombination, bei der Arzneimitteltherapie eine Rezeptur aus verschiedenen meist pflanzlichen, gelegentlich mineralischen, oder selten auch tierischen Bestandteilen.

Die Behandlung

Vorteil der umfassenden Herangehensweise der chinesischen Medizin ist, dass jede Patientin und jeder Patient in ihrer bzw. seiner ganzen Individualität wahrgenommen und entsprechend behandelt werden kann. Bei richtiger Anwendung kann die chinesische Medizin bei vielerlei Krankheiten und Leiden äußerst effektiv sein. Während der Behandlung werden die verschiedenen Therapieverfahren an das Krankheitsbild des Patienten angepasst. Generell gilt: Je chronischer und komplexer das Krankheitsbild, desto länger die zu erwartende Behandlung. Bei akuten oder einfachen Krankheiten wird oft schon nach wenigen Akupunktursitzungen oder kurze Arzneimitteleinnahme eine grundlegende Verbesserung oder Heilung erreicht, während bei sehr chronischen Geschehen meist ein längerer Behandlungszyklus über Wochen oder sogar Monate vonnöten ist. Die Behandlungsfrequenz bei Akupunktur richtet sich ebenfalls nach dem Krankheitsbild, meist beginnt man mit wöchentlichen Sitzungen, bei Bedarf kann häufiger oder seltener genadelt werden. Auch eine Behandlung allein mit Arzneimitteln ist möglich.

Akupunktur

Für die Akupunktur ist die Theorie der Leitbahnen die wichtigste. Laut dieser ist unser Körper von der Oberfläche bis in die Tiefe durchdrungen von Kanälen, in denen die Substanzen des Lebens zirkulieren, und die sich an der Oberfläche in die Akupunkturpunkte öffnen. Durch Stimulation dieser Punkte können nun diese Substanzen und damit verschiedenste Elemente des Körpers wie Haut, Muskeln, innere Organe, oder auch der Geist beeinflusst werden. Bei der Behandlung Erwachsener kommen meist einige wenige Nadeln zum Einsatz. Bei besonders empfindlichen Menschen und Kindern können die Punkte mit dem Laser, bei weniger empfindlichen Menschen und bei gewissen Erkrankungen mit Elektroakupunktur stimuliert werden. Neben der „klassischen“ TCM-Akupunktur wende ich sehr häufig die Balance-Methode sowie die Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA) an.

Weitere Verfahren

In der Praxis werden neben Akupunktur und Arzneimitteltherapie oft noch folgende ergänzende Therapieverfahren angewandt: Diätetische Maßnahmen können begleitend zur Behandlung mit Akupunktur oder Arzneimitteln zum Einsatz kommen. Hierfür wird ein individueller Ernährungsplan gemäß Konstitution und Krankheitsbild des Patienten erstellt. Sanfte manuelle Therapie wird von mir insbesondere bei Schmerzen der Brust- und Lendenwirbelsäule eingesetzt. Dabei werden der Patientin oder dem Patienten auch Übungen beigebracht, die sie oder er zuhause durchführen sollte. Ferner können einzelne Körperareale durch Schröpfen oder Gua Sha (Schaben mit speziellen Instrumenten) behandelt werden, um Organsysteme zu beeinflussen, die Durchblutung und den Lymphfluss zu fördern, und Schmerzen und Verspannungen zu beseitigen.

Arzneimitteltherapie

Die Arzneimitteltherapie ist das Rückgrat der Behandlung „innerer“ (wie z.B. Störungen des Verdauungsapparats), gynäkologischer oder dermatologischer Krankheiten. Mischungen aus pflanzlichen, mineralischen oder gelegentlich auch tierischen Arzneien werden hierbei als Abkochung, Pillen oder Granulat eingenommen. Für die Behandlung von Kindern sind wässrige Kräuterauszüge in Tropfenform besonders geeignet. Chinesische Arzneimittel werden in Deutschland über spezialisierte Apotheken verkauft, sie unterliegen dem Apothekengesetz. Jede Charge wird so nach Identität, Pestizidrückständen, Schwermetallen und Schimmelbildung untersucht und zertifiziert. Diese Qualitätsstandards gewähren eine hohe Arzneimittelsicherheit. Mehr zur Sicherheit chinesischer Arzneimittel hier.

Anwendungsgebiete

Die Kombination aller Verfahren ist für die Behandlung von vielerlei Beschwerden geeignet. Während meiner Lehrzeit in China konnte ich zu zahlreichen Störungsbildern Erfahrungen sammeln, insbesondere im Bereich gynäkologischer Krankheiten, Atemwegserkrankungen und Beschwerden des Verdauungsapparates. Jedoch auch bei Schmerzen und Hauterkrankungen zeigt die chinesische Medizin oft sehr gute Erfolge. Im Folgenden sind einige Anwendungsgebiete aufgeführt, bei denen sich meiner Erfahrung nach die chinesische Medizin bewährt hat:

Heuschnupfen • Erkältungen, Sinusitis, Infektanfälligkeit • Bronchitis, Asthma bronchiale • Schwindel, akuter oder subakuter Tinnitus • Schmerzen von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, Ischialgie • Sodbrennen, Gastritis • Reizdarm, Obstipation, Diarrhoe • Schluckauf • Funktionelle Störungen des Urogenitaltraktes, Reizblase • Dysmenorrhö, prämenstruelles Syndrom, funktionelle Zyklusstörungen • Beschwerden während der Schwangerschaft oder der Wechseljahre • Fertilitätsstörungen • Neurodermitis • Akne • Psoriasis • Schlafstörungen • Angststörungen • Erschöpfungszustände • Kopfschmerz, Migräne • Neuralgien • Facialisparesen, Lähmungen nach Schlaganfall

Für manche Leiden hält die chinesische, bei anderen die „westliche“ Medizin, bei wieder anderen die Kombination beider die wirksamere Lösung bereit. Bei allen Erfolgen der chinesischen Medizin sehe ich daher immer die Notwendigkeit schulmedizinischer Diagnostik und ggf. Therapie. So ist, falls nötig, die Überweisung an schulmedizinisch arbeitende Ärzte ein integraler Bestandteil meiner Arbeit.

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